Miss America

Schön ist schön!?

Kirsten Haglund
am 9. Oktober
in der FeG Karlsruhe

Hier findet ihr Antworten zu der Frage

Warum lässt Gott Leid zu?

Diejenigen, die im Gottesdienst live gegeben wurden, könnt ihr hier nochmal anhören (MP3, 5MB), ebenso die Predigt (9MB).

Frage

Warum zeigt sich Gott nicht dann, wenn man kurz davor ist, seinen Glauben zu ihm zu verlieren? Er lässt mich in Ungewissheit leiden, in der Angst „glaube ich was falsches?“ / ist mein Glaube eine Erfindung des Menschen?“ Niemand, nur ER kann mir helfen. Warum hat er mich gerade jetzt verlassen?

Antwort von Steffen

Hallo,
dir kommt es also so vor, als ob Gott momentan weg ist und dich im Stich lässt. Mit dieser Frage bist du nicht alleine. Auch schon im Alten Testament taucht genau diese Frage auf. König David schreibt in Psalm 13 ein ziemlich persönliches Gebet auf, durch dass du einen Einblick in das Herz Davids bekommst:
  • Bis wann, HERR? Willst du mich vergessen immerdar?
  • Bis wann willst du dein Angesicht vor mir verbergen?
  • Bis wann soll ich Sorgen hegen in meiner Seele, Kummer in meinem Herzen bei Tage?
  • Bis wann soll sich mein Feind über mich erheben?
  • Psalm 13,1-2

    Ich glaube, dass dich die selbe Frage bewegt wie David: Gott, wie lange noch? Wie lange soll ich eigentlich noch auf dich warten? Warum zeigst du dich mir nicht und lässt mich in der Ungewissheit leiden? DU solltest doch ein Interesse daran haben, dass ich an dich glaube?

    Weitere Worte von David:
    „Schau her, antworte mir, HERR, mein Gott! Mach hell meine Augen, dass ich nicht zum Tode entschlafe. Dass mein Feind nicht sagt: ich habe ihn überwältigt. Meine Gegner nicht feiern, wenn ich hinfalle.“

    Hinter deiner Frage vermute ich die tiefere Grundsatzfrage: Kann ich mich auf Gott wirklich verlasse? Kann ich an ihn Glauben? Trägt mein Glaube? Haben meine Erfahrungen mit Glaube im „richtigen Leben“ Bestand?
    Und weißt du was? - Eigentlich gibst du dir in deiner Frage schon selbst eine Antwort indem du sagst: „Niemand, nur ER kann mir helfen!“
    Ich möchte dir aber trotzdem gerne einen kurzen Auszug aus einem Andachtsbuch von Oswald Chambers weitergeben, denn er spricht genau über deine Frage und ich hoffe und bete, dass Gott dir durch seine Worte eine Antwort gibt:
    Gott wird in der Offenbarung als ein Gott beschrieben, der „in den Wolken kommt!“ (Offenbarung 1,7).
    In der Bibel stehen die Wolken immer mit Gott im Zusammenhang. Wolken sind jener Kummer und jenes Leid und jene Fügung innerhalb oder außerhalb deines persönlichen Lebens, die die Herrschaft Gottes in Frage zu stellen scheinen. Und gerade durch diese Wolken zeigt uns der Heilige Geist, wie wir im Glauben leben sollen. Wenn es keine Wolken gäbe, hätten wir keinen Glauben. „Die Wolken sind nur der Staub unter Gottes Füßen.“ Die Wolken sind ein Zeichen dafür, dass ER da ist. Welche herrliche Offenbarung, zu wissen, dass Leid und Kummer und schmerzliche Verluste die Wolken sind, die mit Gott heranziehen! Gott kann sich dir nicht ohne Wolken nähern; ER kommt nicht in hellem Licht.
    Es ist nicht wahr, wenn du sagst, dass Gott dir durch deine Prüfungen etwas lehren will; Er möchte, dass du durch jede Wolke, die ER dir bringt, etwas v e r l e r n s t. Mit der Wolke verfolgt er die Absicht, deinen Glauben zu vereinfachen, bis du ganz so mit IHM verbunden bist, wie ein Kind mit seinem Vater – Gott und deine Seele, andere Menschen sind wie Schatten. Bis es so weit ist, das andere Menschen für dich Schatten sind, werden von Zeit zu Zeit Wolken und Dunkelheit über dich kommen. Wird das Verhältnis zwischen dir und Gott nach und nach Einfacher, als es je gewesen ist?
    Es besteht ein Zusammenhang zwischen den seltsamen Fügungen Gottes und dem, was du von IHM weißt, und du musst lernen, die Geheimnisse des Lebens im Lichte deiner Erkenntnis Gottes auszulegen. Ehe du der dunkelsten, schwärzesten Tatsache voll ins Gesicht sehen kannst, ohne dabei Gottes Wesen zu verunglimpfen, kennst du ihn nicht. „Und sie erschraken, da sie die Wolke überzog...!“ (Lukas 9,34)
    Ist noch jemand in deiner Wolke „außer Jesus allein?“ Wenn es so ist, dann wird es noch dunkler werden, du musst dorthin gelangen, wo sich kein Mensch befindet, „ außer Jesus allein“ (Mt 17,8)

    Am Ende von Psalm 13 schreibt David:
    „Ich aber, ich habe auf deine Gnade vertraut, mein Herz soll frohlocken über deine Rettung. Ich will dem Herrn singen, denn er hat wohlgetan an mir.“

    Gott lässt manchmal Situationen/Gefühle in unserem Leben zu durch die er uns näher zu sich ziehen möchte. König David endet seinen Psalm mit der Erkenntnis, dass die Gnade Gottes der Schlüssel ist für Gottes Gegenwart ist – Denn Gottes Gegenwart kommt dort zur Geltung wo seine Gnade wirken kann. Eins kann ich dir sagen: Gott will dir begegnen. Den Zweifel, der dir in Bezug auf die Echtheit deines Glaubens kommt, kann ich dir leider nicht abnehmen. Zum Schluss noch mal ein kurzer Tip von King David: Er hat in Ps 13 kein Blatt vor den Mund genommen und hat Gott direkt gesagt: Hey GOTT... so und so sieht’s bei mir grad aus... Er ist mit dem Zweifel zu Gott gegangen und war ehrlich zu ihm. Dadurch hat David wieder erleben können, dass sein Herz aufgeblüht ist. Das wünsche ich dir auch! Gott segne dich.

    FRAGE II

    Ein guter Freund erkrankte vor einem Jahr an Krebs, gegen den er bis heute gekämpft hat. Jetzt kann und will er das aber nicht mehr. Er hat sogar den Glauben an Gott verloren. Wie kann ich ihm jetzt noch zum Weitermachen überreden, wo er sogar seinen Glauben verloren hat?

    Antwort

    Ich möchte dir Mut machen, weiter für ihn da zu sein. Paulus schreibt mal an die Gemeinde in Galatien: „Einer Trage des anderen Lasten und so werdet ihr das Gesetzt Christi erfüllen!“ Das „Gesetz“ von Jesus ist die Liebe. Mit diesem Gebot fasst Jesus das Alte und Neue Testament zusammen. Liebt einander... Wenn du für deinen Freund da bist und ihm durch dein Handeln Gottes Liebe zeigst, dann kannst du in diesem Moment „Gottes Werkzeug“ sein. Gott lässt ihn nicht los! Das hat er versprochen. Im Hinblick auf den Krebs von deinem Freund muss er sich auch mit dem Thema Tod auseinandersetzen. Ich verstehe, dass ihm dieser Gedanken Angst macht. Angst, nicht 100%ig zu wissen was auf ihn zukommt, Angst vor Schmerzen, Angst vor dem loslassen.
    In der Bibel spricht Gott den Menschen mehr als 360mal zu: Hab keine Angst! Fürchte dich nicht! Das ist eine Zusage die du ihm weitergeben kannst. Überreden?! Finde ich schwer. Zeig ihm vielmehr wie dein Glaube dir dabei hilft, ihn in dieser Situation durchzutragen! Erzähle ihm von deinem Vertrauen, und sag ihm auch, warum du an Gott dran bleibst!
    Freie evangelische Gemeinde Karlsruhe, Jugendreferent Steffen Werner